Welche Größe habe ich bei Boxershorts?
Diese oder ähnliche Fragen werden häufig gesucht. Tatsächlich ist die Antwort jedoch komplizierter als es auf den ersten Blick scheint.
Zunächst muss man feststellen, dass heutzutage der Begriff Boxershorts oft synonym für jegliche Herrenunterwäsche, die Beine hat, verwendet wird. Meist sind jedoch nicht Boxershorts (weiter fallender Schnitt mit weitem Bein), sondern sogenannte Boxerbriefs (eng anliegender Schnitt mit kurzem enganliegendem Bein) gemeint. Unser Artikel konzentriert sich auf die enganliegenden Boxerbriefs.
Die normale Größe
Wir hören oder lesen immer wieder Sätze wie "L passt mir", oder "ich habe bei jeder Marke M", "eure Shorts fallen sehr groß/klein aus". Das mag zwar für den Einzelnen zufällig richtig sein, die Aussage im Allgemeinen ist jedoch falsch.
Die sogenannte normale Größe oder Standardgröße existiert schlicht nicht. Es gibt verschiedenste Größensysteme, die nicht 1:1 vergleichbar sind, d.h. L muss nicht immer L entsprechen. Es gibt hierzu innerhalb der EU keine bindende Norm. Die Anwendung der Norm EN 13402, welche sich mit dem Thema Konfektionsgrößen beschäftigt, ist freiwillig. Auch in den USA gibt es keine verpflichtenden Standards. Dies bedeutet, dass es faktisch immer nötig ist, in die jeweilige Größentabelle des Herstellers zu schauen und genau Maß zu nehmen, um für sich selbst die richtige Größe zu finden.
Wie messe ich richtig?
Zunächst ist es wichtig überhaupt zu messen. Die Messung sollte hierbei so präzise wie möglich durchgeführt werden und sich an den Vorgaben des jeweiligen Herstellers orientieren.
Wie messe ich meine Bundweite?
Zunächst tastet man rechts und links die obere Kante der Hüftknochen, die sogenannten Darmbeinkämme. An genau dieser Stelle legt man ein Maßband einmal komplett um den gesamten Körper herum. Das Maßband sollte locker auf der Haut aufliegen, jedoch nicht übermäßig gespannt sein. Man misst also im Grunde dort, wo der Hosenbund aufliegt. Der abgelesene Wert entspricht der Bundweite.
Wie messe ich meine Oberschenkelweite?
Hier legt man ein Maßband locker auf die Haut auf und misst rundherum um den Oberschenkel. Der erhaltene Wert ist der Oberschenkelumfang. Wichtig ist hierbei die Höhe unterhalb des Schritts zu beachten. Diese bemisst sich immer an der Herstellerangabe, da diese abhängig vom spezifischen Schnitt ist. Ebenso sollten immer beide Oberschenkel gemessen werden, wir empfehlen bei einer Differenz der Werte den größeren Wert zur Größenbestimmung heranzuziehen.
Im Fall unserer ultra bequemen MANDERWEAR Herrenunterwäsche muss die Messung 8 cm unterhalb des Schrittes erfolgen.
Expertentipp aus der klinischen Praxis:
Sofern Unsicherheit besteht, ob man an der richtigen Stelle misst, oder das Maßband verrutscht ist, empfehlen wir das Anzeichnen mit einem Stift. So wird eine korrekte Messung zumindest erleichtert. In der klinischen Praxis nutzt man dies beispielsweise wenn man den Verlauf einer Schwellung messen will, um sicherzugehen, dass stets an der selben Stelle der Umfang gemessen wird.
Schemazeichnung Messanleitung am Beispiel MANDERWEAR
Die folgende Schemazeichnung zeigt exemplarisch anhand unserer Shorts wie und wo gemessen werden soll, um die optimale Größe zu ermitteln:

Wie finde ich meine Größe?
Nach erfolgter Messung ist es wichtig, die ermittelten Werte mit der Größentabelle des Herstellers abzugleichen. Seriöse Hersteller publizieren ihre Größentabelle in der Regel auf Ihrer Webseite. Selbstverständlich steht auch unsere Größentabelle online zur Verfügung (zu finden direkt über der Farbauswahl der Shorts).
Die Wichtigkeit der richtigen Größe
Als Hersteller einer innovativen hochspezialisierten Herrenunterwäsche, verstehen wir, dass viele das Messen als kompliziert oder aufwendig empfinden. Jedoch kann die Entscheidung darüber, ob man einfach eine Größe wählt oder tatsächlich misst, einen signifikanten Unterschied machen - und zwar nicht nur hinsichtlich des Tragekomforts.
Komfort und Passform
Allem voran ist klar: eine schlecht sitzende Unterhose ist in der Regel weniger komfortabel als eine, welche perfekt sitzt. Alleine schon deswegen sollte eine ordentliche Größenwahl im eigenen Interesse liegen.
Boxershorts rollen am Bein hoch
Einer der Klassiker unter den Problemen ist, wenn die Shorts am Bein hochrollen und der Stoff eine Art Stoffrolle oder Falte in der Nähe des Schritts bildet. Dies wird meist dadurch verursacht, dass die Shorts am Bein zu eng sitzt und der Stoff infolgedessen umklappt und oder nach oben rollt. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann im Extremfall sogar zu Wundscheuern an betroffenen Stellen führen. Zudem kann im Falle starken Einschnürens zumindest temporär die Durchblutung beeinträchtigt werden.
Löcher im Schritt
Ein weit verbreitetes Problem sind Löcher im Schritt. Auch hier kann die Größe den Unterschied machen. Ist eine Shorts am Bein zu eng, so liegt der Stoff in der Dammregion nicht richtig am Körper an. Dasselbe kann der Fall sein, wenn der Schnitt der Shorts schlicht nicht zum eigenen Körperbau passt. In Folge entstehen im Bereich des Schritts vermehrte Zugkräfte. Dies wird noch verstärkt, wenn man hinten am Bund die Boxershorts immer wieder nach oben ziehen muss, um ein sogenanntes Maurerdekoletté zu verhindern oder auch die Shorts am Gesäß zu eng sitzt. Fairerweise sollte aber erwähnt sein, dass die besagte Stelle schlicht auch einen kritischen Punkt darstellt, da hier generell verschiedene Faktoren die das Material belasten aufeinander treffen.
Lebensdauer der Boxershorts
Die Lebensdauer eines Kleidungsstückes wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Eine richtige Pflege ist essentiell, jedoch sollte man die Größenwahl nicht unterschätzen. Hintergrund ist, dass eine zu enge Shorts dazu führt, dass der Stoff beim Tragen übermäßig stark gedehnt wird, oft im Bereich der Belastungsgrenze. Bereits das einmalige Überdehnen einer Naht, des Stoffes oder des Gummibunds kann permanente Schäden am Material verursachen und so die Lebensdauer des Produkts deutlich reduzieren. Offene Nähte, ausleiern und verschiedene andere Defekte können die Folge sein. Ein Faktor, den viele unterschätzen.
Autor: Alexis Knell.